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PR-Pranger: Verhängnisvolle Müllsäcke – wie H&M sein Image zerschneidet

Prangerklein.jpg04. Februar 2010 – Wer immer noch glaubt, einen Bogen um Facebook und einige andere Internet-Netzwerke machen zu können, weil dort ein Haufen Halbwüchsiger einander Partyfotos zeigen, der sollte sich eines Besseren belehren lassen. Von H&M zum Beispiel. Und das kam so.

Als die amerikanische Studentin Cynthia Magnus im Dezember vergangenen Jahres durch New York wanderte, entdeckte sie beim Hintereingang einer großen H&M-Filiale auf der 35th Street rund zwanzig Müllsäcke mit H&M-Klamotten. Lauter Waren aus der letzten Winterkollektion. Wäre schön, wenn das Bedürftige bekämen, dachte sich die sozial Engagierte – aber leider war das Zeug unbrauchbar, weil mutwillig von den H&M-Leuten zerschnippelt. Frau Magnus wurde sauer, schrieb einen empörten Brief nach Schweden – und bekam keine Antwort.

 

Früher hätte sich die Sache damit erledigt. In der Facebook-Ära geht sie jetzt erst richtig los. Cynthia Magnus machte den Skandal auf Facebook publik, viele Mitglieder teilten ihre Empörung, Boykottaufrufe machten die Runde. Im Januar schrieb bereits die New York Times über die Sache und auf der Facebook-Fan-Seite von H&M, die schlappe 1,5 Millionen Fans zählt, schrieb eine gewisse Debbie Knoll: „Goodbye H&M I’m done with you all for good. Shame on you!“ Mit dem Ergebnis, dass der Superkonzern sich Asche aufs Haupt streute und irgendwas Gutmenschenartiges schwörte. Die Lehre daraus: Glauben Sie ja nicht, dass sie mit Tricks weiterkommen. Das mag noch ein paar Jährchen klappen, aber mittelfristig ist es damit vorbei. Besser, Sie stellen sich schon mal drauf ein, liebe PR-Leute und Unternehmenskommunikatoren.

 

Dass mit Facebook eine neue Macht entstanden ist, glaubt offensichtlich auch Procter & Gamble. Der weltgrößte Werbekunde (Jahresetat: rund 10 Milliarden US-Dollar) ist nämlich wild entschlossen auszuprobieren, wie weit er mit Werbung für seine Produkte und der Pflege seiner Marken auf Facebook kommt – und will dafür ordentlich Lehrgeld zahlen (wie viel ist unbekannt, aber es dürfte ein ziemlich dicker Sack sein). Jede seiner über 300 Marken, so der erklärte Wille von P&G, möge sich ins Facebook-Gewühl stürzen. Damit das gewonnene Lehrgeld nicht verloren geht, hat der Konzern eben ein Büro im Silicon Valley eröffnet, damit es Facebook recht nahe sein kann. Ach ja – 5 Milliarden Mitglieder werde der Laden mittelfristig haben, glaubt P&G (rund 350 Millionen sind es derzeit). Na, wenn das nicht ein gutes Argument ist, mal einen Blick in die Müllsäcke zu werfen, die Sie – als geschätzter Leser und PR-Profi – am Hintereingang Ihres Ladens stehen haben

 

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Hank R..jpgHank R. Wir halten es für große Kunst – unser tägliches Treiben in den PR-Agenturen und Pressestellen des Landes. Doch wie kommt unsere Arbeit draußen an? Eine Edelfeder rechnet mit dem Wahnsinn des Medien- und PR-Geschäfts ab. Alle 14 Tage im PR-Professional

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