02. September 2010 – Mit der Einführung von Smartphones – insbesondere dem iPhone – und zuletzt dem iPad sind ganz neue Möglichkeiten der digitalen Kommunikation entstanden. Neben der Multimedialität und der Interaktivität ist die Kommunikation nun auch ubiquitär, also ortsunabhängig, geworden. Die sogenannten „Post-PC-Devices“ (Endgeräte mit dem „mobilen“ Internet als festen Produktbestandteil) ermöglichen die Kombination der Vorteile von Printmedien („Mitnahme“ von Informationen, überall lesbar) und dem Internet (Multimedialität).
Schon jetzt nehmen einige Unternehmen die Herausforderung der technischen Neuerungen und der interaktiven Kommunikation an und entwickeln überraschend kreative Ansätze für ihre eigene Corporate Kommunikation. Für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, vor allem für das Corporate Print-Segment und insbesondere für Mitarbeiter- oder Kundenmagazine eröffnen sich durch die neuen Endgeräte weitreichende Chancen.
Grund dafür ist die Möglichkeit der Ergänzung klassischer „statischer“ Texte und Bilder mit multimedialen Inhalten wie Videos, Fotos, Audio und Internet-Verlinkungen. Ein Beispiel: Die Corporate Magazine der Zukunft („E-Mags“) kann man auf den Post-PC-Devices nicht nur lesen, sondern auch hören und individuell steuern. Und noch mehr: Nutzer können sich nach Belieben Animationen oder Videos auf ihren iPads oder Smartphones ansehen, Fachwörter übersetzen lassen, Textbausteine kopieren und ausschneiden oder das Ganze an Freunde weiterleiten. Die besonderen multimedialen Fähigkeiten der Endgeräte verändern die Art und Weise, in der digitale Publikationen konsumiert werden können und machen dadurch hochwertige Inhalte und auch die anschauliche Aufbereitung schwieriger Themen möglich.
Dass digitale Medien in Zukunft weiter zunehmen, daran besteht kein Zweifel. Dass sie auch im Bereich Corporate Communications verstärkt eine bedeutende Rolle einnehmen werden, daran glauben schon heute viele Experten. Sicherlich nicht als alleiniger Kanal, aber beispielsweise integriert in crossmediale Corporate Publishing-Konzepte zur Ergänzung der Printmedien und Websites. Laut einer Studie (EICP/zehnvier, Mai 2010) sehen 80 Prozent der Unternehmen digitale Corporate Publishing-Medien als hervorragende Ergänzung zu Printmedien an. 76 Prozent stimmen den Einsatz von klassischen Corporate Publishing-Medien und digitalen Unternehmensmedien zudem aufeinander ab.
Dabei sollte man jedoch beachten, dass die Nutzer keine 1:1-Kopien der jeweiligen Print-Informationen wünschen, sondern die Inhalte auf das Medium angepasst werden sollten. Die Handhabung der jeweiligen Applikation sollte einfach und selbsterklärend sein. Wenn diese Voraussetzungen bei der Entwicklung berücksichtigt werden, kann speziell das iPad für hochwertige Kunden-Kommunikation ein wichtiger und attraktiver Zusatzkanal sein. Darüber lassen sich vernetzte Inhalte anbieten, inhaltlich-thematisch fokussierte Communities pflegen und Dialoge in Echtzeit führen.
Auch die klassischen Printmedien im Zeitungen- und Zeitschriftensegment testen aktuell innovative Kommunikationsformen aus. Vergangenen Monat hat die Süddeutsche Zeitung in ihrem Print-SZ-Magazin durch Integration von „Augmented Reality“ eine digitale Premiere gefeiert: Mittels eines Smartphones und einer kostenlosen App konnte man virtuelle Zusatzinhalte zur Printausgabe sichtbar machen:
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Wolfgang Jäger ist seit 1995 Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Personal- und Unternehmensführung sowie Medienmanagement am Studiengang Media Management der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Praktische Erfahrungen sammelte er als leitender Mitarbeiter im Versandhandel in den Bereichen Personal, Marketing und Werbung. Seit 1990 ist er Gesellschafter der Dr. Jäger Management-Beratung und zusätzlich der DJM Consulting GmbH.
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