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Die 10 PR-Gebote
von WirtschaftsWoche-Redakteur Sebastian Matthes
Es wurde schon viel geschrieben über die Wechselwirkung zwischen PR und Journalismus. Diverse wissenschaftliche Modelle versuchen immer wieder den Einfluss der PR-Arbeiter auf die Medien zu fassen. Eine befriedigende Lösung ist noch nicht in Sicht. Unbestreitbar ist aber, dass PR-Fachleute mit Journalisten zusammen arbeiten müssen. Wie sie das erfolgreich schaffen, erklärt WirtschaftsWoche-Journalist Sebastian Matthes.
Ich hatte vor und nach Erscheinen unserer Titelgeschichte „Die neue deutsche Gründerwelle“ Kontakt mit Dutzenden Jungunternehmern, Investoren und Businessangels. Viele der frisch gebackenen Unternehmer waren im Umgang mit der Presse hoch professionell. Doch einige haben scheinbar ganz absurde Vorstellungen davon, was die Aufgabe von Journalisten ist. Für zweitere PR-Gruppe hier ein paar Gedanken.
1. Nein, wir drucken keine Presseinformationen! Das war eigentlich meine Lieblingsmail nach Erscheinen der Geschichte: Lieber Herr Matthes, da wir ja nun nicht in der Liste der interessantesten Gründer auftauchen, möchten wie Sie bitten, wenigsten diese Presseinformation abzudrucken“. Im Anhang gab es eine Presseinformation mit einer langweiligen allgemeinen Beschreibung des Unternehmens. Keine Nachricht, kein aktueller Anlass.
2. Deswegen: Wenn schon Presseinformationen, dann klare! Der Inhalt von Unternehmensdarstellungen und Presseinformationen sollte in den ersten drei Sätzen klar werden. Schreiben Sie nichts von Frühling, wenn Sie ein neues StartUp vorstellen wollen. Schreiben Sie was Sie machen, wieso es die Idee Wert ist, dass sich jemand außer Ihren Eltern dafür interessieren könnte und stellen Sie klar, was daran neu ist. Und noch etwas: Wenn Sie nach dem Verschicken der Presseinformation anrufen und fragen, ob die Mail angekommen ist, wird das allgemein als sehr lästig empfunden. Denn Sie sind an dem Tag mit Sicherheit nicht der erste Anrufer.
3. Nein, wir verschicken keine Artikel! Mal im Ernst: Wollen Sie Texte lesen, die von den handelnden Personen redigiert werden? Aber genau das verlangen viele immer wieder. Vertrauen Sie auf das Urteil Ihres Gesprächspartners und wenn Sie ihm nicht vertrauen, dann sprechen Sie gar nicht erst mit ihm! Nun hat sich in den vergangenen Jahren die Unsitte verbreitet, Zitate autorisieren zu lassen. Ok, darauf kann man sich einlassen. Aber denken Sie daran, es ist auch immer ein Zeichen dafür, dass Sie Ihrem Gesprächspartner nicht zutrauen, seine Arbeit ordentlich zu machen. 4. Richten Sie einen Presse-Link ein!
Nicht alle jungen Unternehmer sind so interessant, dass Journalisten sich auf Recherchetour begeben, um sie zu finden. Aber bei vielen ist genau das notwendig. Kann sein, dass das bei manchem zur Strategie gehört und Aufmerksamkeit nicht gewünscht ist. Wer sich nicht zu denen zählt, braucht auf seiner Unternehmensseite einen klar sichtbaren Link für interessierte Schreiberlinge. Dahinter können sich Rubriken wie eine kleine Gründungsgeschichte befinden (am besten in Stichpunkten), Fotos und Lebensläufe der Gründer, andere Artikel, die über das Unternehmen schon erschienen sind und das ALLERWICHTIGSTE: Eine (erreichbare!) Nummer mitsamt Ansprechpartner und eine E-Mail-Adresse, die mehrmals täglich abgerufen wird. (siehe auch hier)
5. Wahl der PR-Agentur Und bitte, bitte, bitte: Wenn Sie eine PR-Agentur wählen, dann suchen Sie sich jemanden aus, der Ihr Produkt erklären kann. Die PR-Ansprechpartner sind mitunter so unberaten, dass man nach einem kurzen Gespräch noch weniger versteht, als sowieso schon. Wieso dann eine Agentur? Wer ein Internetunternehmen hat, braucht eine PR-Agentur, in der eine nennenswerte Zahl internetaffiner Menschen arbeitet.
6. Machen Sie Fotos!
10. Lesen Sie!
Sebastian Matthes, 29, Absolvent der Holtzbrinck-Journalistenschule für Wirtschaftsjournalisten, ist Redakteur der WirtschaftsWoche. Dort ist er unter anderem zuständig für Gründerthemen und StartUps. Die Entwicklungen der Szene kommentiert er in seinem WiWo-Weblog „Gründerraum“. Diskutieren Sie mit dem Autor in seinem Weblog: |